Deutsche Bank macht 3,1 Milliardden Verlust

Die Deutsche Bank ist im zweiten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Grund ist nach Konzernangaben der Umbau des Geldhauses.


Das Minus fällt aber deutlich stärker aus als erwartet: Der Konzernverlust der Deutschen Bank belief sich im zweiten Quartal auf 3,15 Milliarden (3.150 Millionen) Euro nach einem Gewinn von nur 401 Millionen ein Jahr zuvor, teilte das Dax-Unternehmen mit. Deshalb erfolgt nun auch die Entlassung von 18.000 Mitarbeitern.

Bei Bekanntgabe der Pläne Anfang Juli hatte die Bank noch ein Minus von 2,8 Milliarden Euro angekündigt, nun sind es augenscheinlich eben ein paar Hundert Millionen Euro mehr geworden.

Dieser herbe Verlust liegt laut Vorstandschef Christian Sewing nur an „Restrukturierungsmassnahmen“ der Bank. Ohne diese Belastungen für den Umbau wäre die Deutsche Bank angeblich doch ein wenig profitabel gewesen.“ Die Aktie verlor zur Eröffnung des Handelstages deutlich an Wert und verzeichnete ein Minus von 4,4 Prozent.

Es bleibt weiterhin schlecht.

Deutsche-Bank-Chef Sewing will in einem tiefgreifenden Umbau das risikoreiche Investmentbanking zusammenstutzen. Zum Investmentbanking zählen traditionell der Handel mit Wertpapieren und Devisen aller Art sowie die Betreuung von Firmenübernahmen, Fusionen und Börsengängen. Man kann dazu auch sagen, Geld wurde in all den Jahren von total unfähigen Mangern schlicht und einfach „verzockt“.

In den Jahren vor der Finanzkrise ab 2007 war das Investmentbanking zeitweise angeblich eine Goldgrube für die Deutsche Bank. Diese „Sparte“ steuerte den größten Anteil zum Konzerngewinn bei. Hierbei wurde jedoch auch eine riesige Zahl an Kunden betogen. Einfacher gesagt, viele wurden „über den Tisch gezogen“. Die Krise offenbarte dann die Unregelmässigkeiten vieler Geschäfte: Über Jahre musste sich der Dax-Konzern danach mit Klagen herumschlagen und zahlte etliche Milliarden an Geldstrafen. In den vergangenen beiden Quartalen schrieb die Investmentbank deshalb rote Zahlen und erholte sich nie mehr.

So auch im zweiten Quartal dieses Jahres: Die Erträge in der Unternehmens- und Investmentbank brachen um 18 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro ein. Vor Steuern fiel hier ein Verlust von 907 Millionen Euro an.

Zahlreiche Mitarbeiter dieses Bereichs, wahrscheinlich vor allem in New York und anderen US-Standorten, und auch drei Topmanager müssen in Zuge der Neuausrichtung deshalb gehen. Und damit sind diese „Bangster“ sogar noch gut weggekommen. Wie viele Stellen in Deutschland wegfallen, ist noch nicht klar. Die Deutsche Bank teilte aber mit, dass bisher weltweit 900 Mitarbeitern gekündigt wurde.

Auch Gespräche über den Verkauf von Hedgefonds- und Aktienhandelsgeschäften laufen demnach. Ein Fünftel der gesamten Bilanzrisiken sollen der Strategie zufolge in einer internen „Bad Bank“ gebündelt werden. Der Konzernumbau kostet bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro. Ob dies aber alles klappt ist höchst ungewiss.

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