Post nur noch an 5 Tagen die Woche. Auch der Montag soll zukünftig ausfallen.

Das Wirtschaftsministerium plant Kürzungen beim Service, will aber dafür die Rechte der Postkunden stärken.

Das Bundeswirtschaftsministerium will im Zuge einer Überarbeitung des Postgesetzes bald die Häufigkeit der Briefzustellungen ändern. „Während das europäische Recht im Rahmen des Universaldienstes eine Zustellung an fünf Tagen pro Woche verlangt, geht das nationale Recht mit sechs Zustelltagen bisher darüber hinaus“. Dies kostet nur unnötig Geld.

Man will nun prüfen, „ob die Zustellung an sechs Tagen weiterhin erforderlich ist“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Eine Festlegung gebe es jedoch noch nicht, soll aber in Kürze erfolgen. Die Deutsche Post muss die Verbraucher in Deutschland flächendeckend mit Briefen versorgen. Dem Bonner Konzern zufolge fallen an Montagen jedoch weniger als zwei Prozent der wöchentlichen Sendungen an. Über eine Zustellung von Montag bis Samstag hatte es daher aus Kostengründen schon mehrfach Debatten gegeben. Man kann davon ausgehen, das die Motage nun bald „brieffrei“ sein werden.

Mit den Gesetzesänderungen will das Ministerium dafür aber die Rechte von Sendern, aber auch von Empfängern stärken. Für die Anbieter sind etwa klare Vorgaben dazu denkbar, wie und wie lange sie tagsüber erreichbar sein und bis wann sie auf Beschwerden reagieren müssen. Außerdem steht im Raum, dass die Zustellunternehmen an Schlichtungsverfahren teilnehmen müssen.

Weniger Briefe, steigendes Porto

Hintergrund der geplanten Reform ist auch die sprunghaft gestiegene Zahl der Beschwerden über Postdienstleister. 12.615 Menschen hatten sich der Bundesnetzagentur zufolge im Jahr 2018 wegen verspäteter Pakete, falsch zugestellter Briefe und langer Wartezeiten am Schalter beschwert – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Während die Zahl der Briefe permanent abnimmt, erhöhen sich duch den immer stärkeren Onlinehandel die Menge an Paketen.

Der Postmarkt ist einem radikalen Wandel unterworfen. Die Sendungsmengen bei Briefen sinken seit Jahren. Der Paketmarkt, angetrieben vom boomenden Onlinehandel, floriert dagegen. „Nach 20 Jahren ist es sinnvoll, die bestehenden Regelungen zu überprüfen und an die veränderten Marktbedingungen und Kundenwünsche anzupassen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Post.

Die Post hatte die Kosten für einen Standardbrief zum 1. Juli um zehn Cent auf 80 Cent erhöht. Auch andere Sendungsarten wurden teurer. Um Änderungen bei den Portogebühren geht es bei der Reform jedoch nicht.

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