Eine geplante Touristen Zwangsabgabe auf öffentlichen Nahhverkehr stösst auf Widerstand. Ein Pflichtticket für Städte-Reisende ist nicht durchsetzbar.

Die Grünen hatten bei ihrer letzten Fraktionsklausur vorgeschlagen, als Vorbild für ganz Deutschland, von allen Hotelgästen in Berlin eine tägliche Zwangsabgabe von 5,00 Euro pro Tag / Hotelübernachtung zu kassieren.

Die Berliner Verkehrsbetriebe lehnen jedoch dankend ab, zu groß wäre wohl die Wut der Touristen und der Imageschaden gewesen. Der Koalitionspartner SPD spricht von einem falschen Signal, und selbst die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop kann sich nicht zu einem klaren Ja durchringen. Mit ihrem Vorhaben, Berlin-Touristen per Zwangsticket an den Kosten für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu beteiligen, haben die Grünen aller Voraussicht nach keinen Erfolg. Dabei hätte dieses Vorhaben als Vorbild für die gesamte Republik dienen sollen, und sollte sogar ins kommende Parteiprogramm mit aufgenommen werden.

Die tägliche Touristen Zwangsabgabe hätte zuerst alle Berlin Besucher belastet, die in der Stadt in einem Hotel oder Gästehaus übernachten.

Es war geplant das die Zahler der Zwangsabgabe dann jeweils ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr erhalten sollten. Bei 33 Millionen Übernachtungen wären das allein in Berlin gut 160 Millionen Euro gewesen. Davon ziehen die Grünen in ihrer Modellrechnung 60 Millionen ab, da auch bisher schon Tickets von Touristen gekauft wurden.. Übrig bleiben, so hoffen die Grünen, jedoch 100 Millionen Euro Mehreinnahmen. Rechnet man dies noch auf alle deutschen Städte hoch, so kommt man auf einen Betrag von mehr als 1-2 Milliarden Euro, der dann dem öffentlichen Nahverkehr zugute kommen sollte.

Die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Sigrid Nikutta kommt zu dem Schluss, dass es in der Summe jedoch soagr zu deutlichen Einnahmeverlusten kommen könnte. So kaufen viele Touristen heute BVG-Tagestickets für sieben Euro. Ihrem Vernehmen nach haben die Grünen bisher keinen Kontakt zur BVG aufgenommen, um nach Zahlen und Fakten zu fragen, bevor sie ihren Vorschlag machten.

www.wirtschaft.life
Das unzensierte Wirtschafts- und Finanzmagazin